Einmal mehr werden die Regionen Basel / Nordwestschweiz und Luzern / Zentralschweiz von der SBB enttäuscht. Der Fahrplan der per Dezember 2020 angekündigten zwei direkten Eurocity-Züge Basel-Luzern-Milano ist vollkommen missglückt. Die beiden Züge sind sogar eine Minute langsamer als die Eurocity-Züge Basel-Milano via Gotthard-Bergstrecke, vor der Eröffnung von Gotthardbasis- und Ceneribasistunnel!

Südlich von Lugano dürften die beiden Eurocityzüge leer durch die Landschaft fahren. Denn mit Umsteigen in Lugano auf den Regionalexpress mit zahlreichen Zwischenhalten trifft man trotzdem mehr als 30 Minuten früher in der lombardischen Metropole ein. Schneller als heute kommen die Fahrgäst in Zukunft nur mit Umsteigen in Zürich ins Tessin und nach Milano. Dagegen wehrt sich die IGÖV Nordwestschweiz.

Die IGÖV Nordwestschweiz verlangt von der SBB:

  • Überarbeitung des Fahrplans der beiden Eurocity-Züge Basel-Milano via Gotthardbasistunnel, so dass Milano 30 Minuten früher erreicht wird und auch die Anschlüsse auf die weiter nach Süden fahrenden Frecciarossa-Züge garantiert werden können.
  • Alternativ ist für die IGöV denkbar, die beiden Züge als reine Inlandzüge nur bis Lugano zu führen, wo für Chiasso, Como und Milano auf den Regionalexpress RE80 umzusteigen wäre. Die zwei zusätzlichen Eurocity wären statt dessen auf geeignete Weise von Basel über die Lötschberg-Simplonachse nach Milano zu führen.
  • In jedem Fall ist auf die Umsteigeverbindungen in Lugano von / nach Milano auf den Regionalexpress im Fahrplanentwurf bzw. später im gedruckten Fahrplan prominent hinzuweisen.

Positiv hervorheben möchte die IGÖV die Wiedereinführung direkter Interregio-Züge ab Basel via Gotthard-Bergstrecke nach Locarno. Im publizierten Fahrplanentwurf muss man diese Züge allerdings mit der Lupe suchen.

  • Die IGÖV verlangt deshalb, dass diese touristisch attraktiven Verbindungen mit den Traverso-Zügen der SOB im Übersicht-Fahrplanfeld für den Nord-Süd-Verkehr über den Gotthard aufgenommen werden (Fahrplanfeld 600).

 
Basel-München: Anschluss knapp verpasst
Ab Dezember werden die Eurocityzüge Zürich-München dank der Ausbauten in Deutschland stark beschleunigt. Leider wird von Basel her kommend der Anschluss auf diese attraktiven Verbindungen knapp verpasst. Die IGÖV verlangt deshalb:

  • Die Abfahrt der EC Zürich-München ab Zürich ist um 4-5 Minuten nach hinten zu schieben (Abfahrt neu ca. Minute :07), damit ein Anschluss von Basel mit dem Intercity (Ankunft Minute :00) möglich wird. Da die EC im Raum St. Gallen-St. Margrethen mehr als reichlich Fahrzeitreserven haben, scheint dies problemlos machbar zu sein.
  • Alternativ ist zu prüfen, den IC Basel-Zürich um die notwendigen 4 Minuten früher zu legen.

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