Die IGöV Nordwestschweiz unterstützt die Forderungen der Regierungen von Basel-Stadt und Baselland zur Botschaft des Bundes zum Bahnausbau

In ihrer Stellungnahme zum Bericht Verkehr 2045 hatte die IGöV Nordwestschweiz scharf kritisiert: «Der Bericht Weidmann verkennt Prioritäten – der Ausbau des Bahnknotens Basel muss oberste Dringlichkeit behalten». Damit der Bahnknoten Basel nicht zum Flaschenhals im nationalen und internationalen Bahnverkehr wird, muss ein Ausbau priorisiert werden. Wir zitieren dazu aus unserer damaligen Stellungnahme: Widersprüchliche Analyse – falsche Schlüsse

Der Bericht Weidmann hält selbst fest, dass «der Agglomerationsverkehr auf dem SBB-Netz nicht das Qualitätsniveau anderer Agglomerationen erreicht». Damit wird indirekt bestätigt, was Fachleute seit Jahren sagen: Das S-Bahnnetz der trinationalen Agglomeration Basel ist ungenügend ausgebaut. Umso unverständlicher ist die erneute Zurückstellung des Ausbaus des Bahnknotens Basel, der als Rückgrat für den Ausbau der S-Bahn der trinationalen Agglomeration wie auch für die internationalen Fernverkehrs- und Güterzugsverbindungen unabdingbar ist. Heute schon ringen Güter-, Fern- und Regionalverkehr in der Region Basel um die fehlenden Schienenkapazitäten – dies zulasten eines 15-Minutentakts auf dem S-Bahnnetz und zulasten zusätzlicher Fernverkehrshalte in Liestal und im Birstal. Die Zurückstufung des Ausbaus des Bahnknotens Basel verschärft diese Engpässe weiter.

Die IGöV Nordwestschweiz unterstützt deshalb die jüngsten Anstrengungen der Regierungen von Basel-Stadt und Basel-Land auf politischer und fachlicher Ebene. Sollte es mit der Fokussierung auf die Durchmesserlinie gelingen, die Finanzierung des Lückenschlusses zwischen dem badischen und dem schweizerischen Bahnnetz verbindlich zu sichern, wäre dies ein grosser Gewinn für das S-Bahnnetz der Region und würde auch die dringend benötigten Kapazitäten für den nationalen Schienenverkehr bereitstellen. Die IGöV bedauert allerdings den hierfür offenbar notwendigen Verzicht auf den Westanschluss und die zusätzlichen innerstädtischen Haltestellen. Um so wichtiger bleibt aber die rasche Umsetzung der bereits geplanten kurzfristigen Massnahmen zur Verbesserung des Angebots des öffentlichen Verkehrs. Dazu gehören:

  • Ein dichter, verlässlicher 15-Minuten-Takt der S-Bahn im Birstal bis Laufen, im Ergolztal
    bis Olten und im Fricktal
  • Der Ausbau der S-Bahn zum EuroAirport und nach Mulhouse
  • Die rasche Realisierung der S-Bahn-Haltestelle Morgartenring / Neuallschwil
  • Die Einführung von «Schnelltrams» im Leimental, nach Riehen und Muttenz sowie der beschleunigte Neubau der Margarethenbrücke
  • Die Tramverbindung Bachgraben und die Verlängerung der Linie 8 ins Gewerbegebiet Ziegelei
  • Die konsequente Umsetzung des Tramnetzes 2030

Nach wie vor vertreten wir aber die Haltung, dass der Rheintunnel keine Lösung ist und fordern deshalb eine klare Prioritätensetzung: mehr Bahn, Tram und Bus statt mehr Strassen. Nur ein konsequenter Ausbau des öffentlichen Verkehrsnetzes kann den Mobilitätsbedarf der wachsenden trinationalen Agglomeration Basel umweltfreundlich und effizient decken.

Für den Vorstand der IGöV Nordwestschweiz
Thomas Noack
Präsident

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